Die Keksdosen sind gefüllt, sämtliche verfügbaren Frischhaltedosen sind ebenfalls im Einsatz und die Abwärme des Backofens hat in den letzten fünf Tagen die Wohnung geheizt: Alles eindeutige Indizien, dass Weihnachten vor der Tür steht.
Diesen Blogpost schiebe ich jetzt schon fast eine Woche vor mir her, denn im Moment hadere ich wieder sehr mit dem „Warum eigentlich?“ des Blogs, doch dann ist mir eingefallen: „Hey, vielleicht wäre so eine Übersicht ja für mich persönlich ganz praktisch, damit ich bis zur nächsten weihnachtlichen Backaktion nicht vergesse, was für’n Krampf (das ist jetzt schon die überarbeitete, entschärfte Version) Zimtsterne sind. Deshalb kommt hier mein Plätzchenplan 2019.

Schritt 1: Die Auswahl

Der Stapel an Kochzeitschriften und gerade an Backbüchern steigt stetig an, deshalb habe ich dieses Jahr besonders darauf geachtet, neben den gesetzten Klassikern noch ein paar neue Plätzchen und Kekse auszusuchen. Nach stundenlangem Durchblättern und dem Erstellen der Zutatentabelle (backt ihr etwa ohne Tabellenkalkulation?) sah mein Plan schließlich so aus:

Auf den restlichen acht Seiten befinden sich – ebenfalls im Querformat – seitenfüllend die Rezepte, damit ich beim Backen nur das Tablet und nicht die Hefte oder Bücher aufstellen muss. Nicht nur, dass sich der Bildschirm leichter abwischen lässt als Papier, ich kann auch meinen Criminal Minds-Marathon fortsetzen. Während der Mürbeteigplätzchen hab‘ ich aber Krieg der Götter geguckt. (Das erklärt, warum ich die Kekse gold anmalen wollte …)

Schritt 2: Das Backen

Gleich zu Beginn habe ich mich nicht penibel an den Plan gehalten, weil ich Donnerstagabend einfach keine Lust mehr hatte, aber hilfreich ist er trotzdem – auch, weil ich absolut keine Ahnung mehr hatte, was ich gestern eigentlich gemacht habe.

Elisenlebkuchen

Das Rezept für die Elisenlebkuchen stammt aus meinem ersten Weihnachtsbackbuch, das ich von zu Hause hab mitgehen lassen und das mittlerweile leider aus dem Leim geht. (Wie gut, dass im Nachbardorf eine Buchbinderei ist …) Ich habe die Lebkuchen dieses Jahr nicht das erste Mal gebacken, aber sie haben jetzt ganz offiziell Einzug in die Weihnachtstandardgebäckteilchen gehalten – zwei Lebkuchenmühlen sei Dank. Die Lebkuchen werden gleich groß, gleichmäßig geformt und es geht vor allem so viel schneller. Und leicht zu reinigen sind sie auch noch.
In diesem Jahr: Leider war der Teig gemäß Rezept zu flüssig für die Form (wahrscheinlich habe ich die Ei-Zucker-Masse zu sehr aufgeschlagen), aber mit ein paar zusätzlichen Mandeln (ca. 190 g?) hat es dann einwandfrei geklappt. Der Zuckerguss klebt zu Beginn zwar extrem, aber nach einem Tag in der Box sind sie dann „trocken“.
Für nächstes Jahr: Die Eier mit dem Zucker nur so weit verrühren, dass die Masse leicht schaumig ist, aber nicht massiv an Volumen zulegt. Zur Sicherheit aber eine extra Packung gemahlene Mandeln zur Hand haben. Statt Zitronat/Orangeat und Standard-Gewürzen eine Variante mit Apfel-Zimt ausprobieren.

Honigbrot

Nach einer mittleren Odyssee durchs Dorf, um ein Glas Honig zu finden, habe ich dieses Jahr das erste Mal Honigbrot gebacken – nach einem Rezept aus meinem neuen, österreichischen Backbuch.
In diesem Jahr: Das Roggenmehl habe ich durch Dinkelmehl ersetzt. Die Gesamtmasse war dann doch recht groß, die Hälfte hätte auch ausgereicht. Meine Lieblingskekse sind es nicht, aber zu einem Glas Milch sind sie super.
Für nächstes Jahr: Entweder eine sehr viel kleinere Portion (im Moment belegen sie die größte Keksdose) oder sie werden vom Plan gestrichen.

Triple-Schoko-Karamell-Cookies

Sie haben leider noch nie so ausgesehen wie im Buch, aber die Triple-Schoko-Karamell-Cookies gehören geschmacklich zu meinen absoluten Favoriten, weil drei Sorten Schokolade auf Karamell und einen Hauch Salz treffen, auch wenn das Kleinschneiden der Karamellbonbons recht zeitintensiv ist.
In diesem Jahr: Waren sie leider eine echte Vollkatastrophe. Der Teil ist im Kühlschrank leider so gar nicht fest geworden und ließ sich kaum formen. Zwei Bleche (also ca. 30 Kekse) sind dann doch noch dabei herausgekommen, aber sie sind extrem auseinander gelaufen. Im Nachhinein kann ich auch auf den leichten Kaffeegeschmack verzichten, der durch einen Kaffeelöffel Instantpulver zustande kommt.
Für nächstes Jahr: Kein Kaffeepulver, aber ich bleibe bei den „guten“, sprich Markenkaramellbonbons.

Mürbeteigplätzchen

Ohne den Klassiker, den Oma schon gebacken hat, geht gar nichts. In den letzten Jahren habe ich, um der Massenproduktion gerecht zu werden, Blöcke geformt, die ich dann mit der Brotschneidemaschine zu dünnen Scheiben geschnitten habe.
In diesem Jahr: Weil die Backaktion dieses Jahr sehr viel entzerrter war, habe ich mal wieder Plätzchen ausgestochen. Theseus hat währenddessen den Epeiros-Bogen gesucht. (Spoiler: Er findet ihn.)
Für nächstes Jahr: Vielleicht bin ich mal ganz verrückt und verziere ein paar Kekse mit Glasur – wenn ich die Zimtsternekatastrophe bis dahin verarbeitet habe.

Spekulatiusschnecken

Neben dem Honigbrot sind die Spekulatiusschnecken eine weitere Neuerung in diesem Jahr. Das Rezept habe ich in einer Zeitschrift von 2010 gefunden. Endlich habe ich eine Bestätigung dafür, die alten Hefte nicht wegzuschmeißen! Nein, irgendwann muss ich mich den Stehsammlern wirklich mal widmen.
In diesem Jahr: Statt einer kleinen Lochtülle habe ich zum Aufspritzen eine Sterntülle verwendet, um statt Schnecken eher so etwas wie Herzoginkartoffeln zu formen. Die haben beim Backen allerdings nicht gut ihre Form behalten und sehen jetzt eher wie sehr traurige Makronen aus. Beim zweiten Blech kam dann die etwas größere Lochtülle zum Einsatz und ich habe einfache Stäbchen geformt. Auch die sind beim Backen auseinander gelaufen, aber das sieht direkt gewollt aus.
Für nächstes Jahr: Darauf achten, dass der Teig einen witzigen Tuck dünner ist – da nimmt man einmal zu wenig Sahne … Stäbchenform ist gut, ein bisschen kürzer dürfen sie sein.

Lemon-Cookies

Die standen eigentlich gestern schon auf dem Plan, aber sie sind jetzt auf morgen verschoben.

Zimtsterne

Boah ey, nie wieder. Zum Glück haben die Mandeln nur noch für zwei Drittel der Teigmenge gereicht, weil der Rest die Lebkuchen retten musste. Wenn man die Glasur vor dem Ausstechen auf den ausgerollten Teig streicht, dann kann man die Reste doch nicht mehr zusammenkneten? Und wie bekommt man den recht festen und klebrigen Teig aus dem Plätzchenausstecher, wenn man wegen der Glasur nicht von oben draufdrücken kann?
Ich habe den Teig ausgerollt, ausgestochen und anschließend mit Glasur versehen, was natürlich nicht so ordentlich aussah. Nach dem ersten Blech habe ich mit den Sternen aufgegeben und stattdessen Kreise ausgestochen. Der Geschmack, zumindest bei diesem Rezept, rechtfertigt für mich nicht den Aufwand.

LL-Lebkuchen

Die zweite Sorte Lebkuchen lasse ich ausfallen. Gebacken ist genug und ich habe keine Lust, noch fast ein Pfund Walnüsse zu mahlen. Vielleicht überkommt es mich ja noch zwischen Weihnachten und Silvester.

Plätzchenplan 2020

Nach dem Backen ist vor dem Backen – oder so.
Nächstes Jahr versuche ich mal, schon in der Vorweihnachtszeit zu backen, damit wir Sonntags auch mal ’nen Keks haben. Und vielleicht muss ich mich dann schon nicht mehr durch so viele Hefte wälzen – aber schauen wir mal.

Bis dahin,

Unterschrift Lena