Nachdem ich ganze vier Maschenproben für meinen Cardigan gestrickt hatte, habe ich tatsächlich irgendwann auch mit dem eigentlichen Projekt angefangen.

Die Nadeln

Meine Maschenproben-Odyssee hat mich zu kubischen Metallnadeln in Stärke 7,0 geführt, mit denen die glatt rechten Abschnitte gestrickt werden. Für die Bündchen, Blenden und den Kragen habe ich die Kunststoffnadeln mit Tropfenspitze und dreieckigem Schaft in Stärke 6,0 verwendet.

Die Konstruktion

Zuerst wird der Rumpf von unten an in einem Teil bis zu den Armausschnitten gestrickt, dabei kann die Länge des als cropped konzipierten Cardigans angepasst werden. An dieser Stelle habe ich 5 cm mehr als in der Anleitung angegeben gearbeitet, im Nachhinein hätten es aber vielleicht sogar 10 cm sein können. Beim Spannen kann ich bestimmt noch ein paar Zentimeter rausholen.
Das Bündchen habe ich combined gestrickt, damit die zweite Masche der Rechtsrippen ordentlicher wird. Dass ich das bei den Blenden vergessen habe und Kragen vergessen habe, fällt zum Glück nicht wirklich auf.

Danach werden die Ärmel in Runden gestrickt. Ich habe ganz klassisch mit Nadelspiel gearbeitet, denn mit den „neumodischen“ Alternativen Magic Loop oder zwei Rundstricknadeln konnte ich mich nie wirklich anfreunden. Die Ärmelbündchen habe ich nur über 15 statt 20 Runden gestrickt, da ich sie eh nicht umschlagen würde.
Für die Passe werden alle Teile auf eine Rundstricknadel genommen – zu den neuen Nadelspitzen hatte ich mir auch gleich ein längeres Seil bestellt. Die ersten paar Passenreihen sind wegen der Ärmel ein bisschen fuddelig, aber mit jeder Reihe lassen sich die Maschen leichter handhaben. Zum Glück geht es dann auch gleich mit den Abnahmen los, denn Reihen über 214 Maschen (bei der von mir gewählten zweiten Größe) sind doch ganz schön lang. Die Abnahmen erfolgen nur an den Vorderteilen und am Rückenteil, dabei werden sie sowohl in den Hin- als auch in den Rückreihen gearbeitet, wodurch die besonders schöne Abnahmelinie entsteht.

Nach den Passenabnahmen folgen zunächst einmal die Vorderteilblenden. Diese werden jeweils stillgelegt, weshalb ein austauschbares Nadelsystem (mit ausreichend Seilen) hier absolut Gold wert ist. Damit geht allerdings auch mein einziger größerer Kritikpunkt am Cardigan einher: Es gibt eine ganze Menge Fadenenden. Sollte ich den Cardigan noch einmal stricken (und momentan bin ich dem nicht abgeneigt), würde ich versuchen, das noch weiter zu optimieren.

Mittlerweile bin ich auf halber Höhe des Kragens angekommen. Im Prinzip fehlen jetzt nur noch Kleinigkeiten, für die musste ich allerdings ein neues Knäuel-Duo beginnen.

Schauen wir mal, ob ich im nächsten Wochenrückblick schon von der Fertigstellung berichten kann.

Bis dahin,

Unterschrift Lena