Zur Abwechslung etwas Kulinarisches

Nachdem es hier in letzter Zeit eher um Textiles und fehlgeschlagene biologische Waffen ging, gibt es endlich wieder etwas Essbares (ganz ohne Risiko) auf dem Butterschaf.

Zwischendurch wurde natürlich der eine oder andere Kuchen gebacken, aber dann habe ich natürlich vergessen Bilder zu machen. So auch beim letzten Loccum-Kuchen (Hiermit lege ich Loccum-Kuchen als offiziellen Namen fest. Bis jetzt haben wir ihn immer Schwabbelkuchen genannt, aber es klingt einfach nicht appetitlich.), für den es aber noch einen extra ausführlichen, extra reich bebilderten Post geben wird (dann wird auch das mit dem Schwabbelkuchen deutlicher). Ich glaube nicht, dass ich zu Hause auf viel Gegenwehr stoßen werden, wenn ich den Kuchen noch einmal backen „muss“. Jedenfalls sind dabei ein paar Zitronen übrig geblieben, die es zu verwerten galt.
Auf der Suche nach einem passenden Rezept bin ich ganz schnell bei einem „Lemon Posset“ aus meinem Lieblingsbackbuch „British Baking“ von Peyton & Byrne gelandet. Ursprünglich (im Mittelalter) war ein Posset ein heißes Milchgetränk, das mit Wein oder Ale zum Stocken gebracht wurde. Mittlerweile wird damit jedoch ein eher Pudding ähnliches Dessert bezeichnet. Die Zutatenliste dafür ist recht übersichtlich: Zucker, Sahne und Zitrone – mehr braucht es nicht.
Von Light-Produkten halte ich ja gewöhnlich nichts, aber in Ermangelung von Double Cream (48% Fettgehalt) musste ich auf gewöhnliche Schlagsahne zurückgreifen. Die genaue Zusammensetzung sieht so aus:
  • 250 ml Schlagsahne
  • 62 g Zucker
  • abgeriebene Schale einer kleinen Zitrone
  • ca. 2 1/2 EL Zitronensaft
Sahne, Zucker und Zitronenschale werden werden unter Rühren aufgekocht, bis sich der Zucker komplett gelöst hat. Danach soll die Mischung noch 2 Minuten sanft köcheln. Bei anderen Rezepten soll die Sahne richtig aufkochen (also mit Blubberblasen, Aufschäumen und was dazu gehört), damit möglichst viel Flüssigkeit verdampft und die Masse fester wird. Macht Sinn, das werde ich dann wohl beim nächsten Mal ausprobieren.
Anschließend geht es hiermit weiter – Gläser, Zitronensaft und Sieb.
Nachdem die Sahne sanft vor sich hingeköchelt hat, wird sie vom Herd genommen und der Zitronensaft eingerührt. Ich habe etwas mehr genommen, als im Rezept angegeben war, da ich damit gerechnet hatte, dass sich die Masse sofort verdicken würde, sich nach der ursprünglichen Menge von ca. anderthalb Esslöffeln aber kein Unterschied erkennen ließ. Dem Geschmack hat es aber nichts geschadet.
Zum Schluss wird die Sahne durch ein Sieb gegeben und in passende Gläser oder Schälchen gefüllt. Gereicht hat es dann genau für die beiden Weingläser.
Nach gut vier Stunden im Kühlschrank hat sich die anfangs noch flüssige Masse tatsächlich in eine herrlich cremige Mousse verwandelt, deren traumhaft samtige Textur ich leider nicht mit meinen stümperhaften Fotografiekünsten einfangen konnte (aber man kann erkennen, dass sie nicht vom Löffel läuft):
Fazit: Definitiv eine Wiederholung wert. Einziges Manko: Unten im Glas hat sich etwas Flüssigkeit gesammelt. Vielleicht lässt sich durch das oben erwähnte stärkere Kochen vermeiden. Vom Geschmack her erinnert es sehr stark an Lemon Curd. Dank des frischen Zitronengeschmacks merkt man gar nicht, dass man einen halben Becher Sahne gegessen hat. Laut dem besten Ehemann von allen fehlt noch etwas Keksartiges dazu – das lässt sich wohl einrichten.
Bis dahin!

 

Kommentar verfassen