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WIP-Wednesday: Die Kiste der Schande

22. November 2017
WIP-Wednesday

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich das letzte Mal einen WIP-Wednesday hier auf dem Blog hatte. Inspiriert von Carinas erstem WIP-Post wollte ich aber auch mal wieder meine ganzen in Arbeit befindlichen Projekte hervorkramen. Vielleicht würde dann die Motivation, sie endlich fertigzustellen, auf magische Weise zurückkehren?

Am Wochenende wurde also kurzerhand das Tageslicht genutzt (nach Feierabend ist davon nicht mehr wirklich was da), um ein paar Fotos zu machen. Das Handarbeitswägelchen wurde ins Arbeitszimmer gerollt, das coole Vintage-Körbchen (dafür noch einmal danke an die lieben Nachbarn) hinterher getragen und alle Projekttäschchen zusammengesucht. Alle? Leider nein. Das medium sized project bag hatte ich voll und ganz übersehen, sodass ich am Dienstagabend noch zwei Bilder nachschießen musste. Und dann wäre da noch die Kiste der Schande … So schlimm ist sie eigentlich nicht, ich hab sie sogar beschriftet, aber es ist schon fast ein bisschen peinlich, wie lange manche Projekte darin liegen. Zwei Projekte (einmal Sticken, einmal Stricken) kann ich übrigens nicht zeigen, da es sich um Geschenke handelt, zu der viel zu langen WIP-Liste kommen also noch zwei Einträge hinzu. Nun aber genug der Vorrede.

Die Projekte

Die Mini-Lisa

Die Mini-Lisa ist der Veteran in der WIP-Kiste. Bereits im WIP-Post zu Anfang des Jahres und sogar schon in einem Beitrag im Oktober 2016 (!!!) habe ich sie vorgestellt und was soll ich sagen: Seit dem hat sich absolut nichts getan. Das größte Problem sind noch immer die Haare (vielleicht mach ich sie noch ein zweites Mal neu?) und ein passendes Oberteil muss ich mir auch noch ausdenken. Laut Ravelry hab ich sie am 29. Januar 2016 begonnen.

Prognose: Als Ziel setze ich mir jetzt einfach mal, dass ich vor ihrem zweiten Jahrestag fertig werde.

Projekt Alaska

Projekt Alaska

Auch Projekt Alaska ist schon aus den vorigen WIP-Beiträgen bekannt und lag gut ein Jahr unberührt in der Kiste der Schande (ich glaube, in diesem Fall ist der Name wirklich gerechtfertigt). Unter dem Einfluss der irren Vorstellung, das Cape vielleicht doch noch für diese Herbst-/Wintersaison fertigzustellen, hatte ich einen kleinen Motivationsschub, sodass ich Ende Oktober gut anderthalb Knäuel verbraucht habe. An dem kurzfristigen Strickeifer war auch ein Nadelwechsel nicht ganz unschuldig. Um das ganze Cape auf eine Nadel zu bekommen, hatte ich zunächst ein flexibles Nadelsystem verwendet und zwei Seile mit einer Kupplung verbunden. Sowohl an der Kupplung als auch am Übergang vom Seil zur Nadel blieb das Garn dann aber doch hin und wieder hängen, was mir den Strickfluss zu sehr ausgebremst hat. Jetzt benutze ich eine ganz normale Stricknadel, auf der die Maschen zwar etwas enger liegen, aber das Stricken geht auch schneller von der Hand.

Prognose: Vielleicht wird es noch was für die kühlen Frühjahrstage 2018, ansonsten müsste Herbst/Winter 2018/19 eigentlich drin sein.

Die Sesseldecke

Sesseldecke

Kaum zu glauben, aber aus dem Megaknäuel ist tatsächlich schon etwas geworden, das ein bisschen nach Decke aussieht. Was ich an Baumwollgarn vorrätig hatte, ist verkurbelt; das Knäuel verstrickt – momentan ist das Projekt also in einer Zwangspause. Eigentlich hatte ich nicht vor, extra Garn für dieses Projekt zu kaufen, aber … Um die komplette Rückenlehne, Sitzfläche und Fußablage des Sessels zu bedecken, bräuchte ich noch einiges an Knäueln, einiges … Ob mir der Farbmix dann dauerhaft gefällt, lässt mich gerade auch etwas zweifeln.

Prognose: Hier wird geribbelt. Ich hab auch schon eine Idee, was dann aus dem XXL-Garn wird …

Die Bonbon-Socken

Bonbon-Socke

Wenn dieses Garn mal nicht zum Anbeißen ist. Es ist eines der wenigen Farbverlaufsgarne, bei der mir die Farbe im gewickelten Knäuel genauso gut gefällt wie im verstrickten Zustand. Mittlerweile mag es kaum mehr überraschen, aber ja, auch dieses Projekt weilt schon eine ganze Weile im WIP-Limbo. Ursprünglich wollte ich den Schaft im Rippenmuster 2/2 noch länger stricken, um ihn einmal komplett umschlagen zu können, aber die linken Maschen nerven mich einfach. Deshalb habe ich das Muster auf dem Spann auch pfeilförmig zulaufen lassen und stricke den Fuß komplett glatt rechts weiter. Ein paar Mal hatte ich die Socke schon als mein Unterwegs-Projekt für die Pendelstrecke zur Arbeit mit, das hat in der letzten Zeit einiges geschafft.

Prognose: An der ersten Socke kann ich bald mit der Spitze anfangen, dann fehlt nur die elendige zweite Socke, oy vey … Und dann kommen auch wieder diese ganzen blöden linken Maschen auf mich zu. Aber: Augen zu und durch! Ich muss die Nadeln für ein anderes Garn freibekommen.

Die erste Toe-up-Socke

Toe-up-Socke

Dieses WIP hätte ich fast vergessen, weil ich es bei Ravelry sogar schon auf Winterschlaf gestellt hatte und gar nicht bei den WIPs auftauchte. Hier handelt es sich um meine erste Toe-up-Socke, mit der ich eigentlich ganz zufrieden bin, eigentlich … Spitze und Ferse habe ich mit doppelten Wickelmaschen gearbeitet (was auch recht ordentlich geworden ist), das Garn hat einen Seidenanteil und fühlt sich einfach traumhaft an, aber auf diese Toe-up-Konstruktion habe ich nicht so wirklich Lust. Zum Einen finde ich den Anschlag und die ersten Runden sehr viel umständlicher als bei Socken, die vom Bündchen an gestrickt werden. Zum Anderen kann ich bei Top-down-Socken besser einschätzen, wann ich mit der Spitze beginnen muss (als bei Toe-up-Socken mit der Ferse) und dass man die Socken angeblich besser anprobieren kann, ist auch kein Argument für mich. Eigentlich hatte ich die Konstruktionsweise gewählt, um eine Socke zu stricken, die genau die Hälfte des Knäuels aufbraucht, um das schöne Garn effizient nutzen zu können, aber die Vorstellung, noch so eine hohe Socke zu stricken, schreckt mich dann doch ab.

Prognose: Ribbeln und normale Socken draus stricken, dann bleibt halt was vom Knäuel übrig.

Die Sommer-Stola

Sommer-Stola

Der geneigte Leser wird feststellen, dass der Sommer mittlerweile vorbei, diese Stola aber irgendwie immer noch nicht fertig ist. Ich häkle sie in einem ganz einfachen tunesischen Gittermuster, bei dem ich allerdings schon nachschauen müsste, wie es überhaupt gearbeitet wird. Mittlerweile kommen mir auch Zweifel, ob so eine Sommer-Stola überhaupt Sinn macht. Würde ein leichter Pullover oder eine Strickjacke an kühlen Sommerabenden nicht mehr Sinn machen? Genug von dem Garn hätte ich dafür auf jeden Fall.

Prognose: Noch was für die Ribbel-Kiste (yay, noch eine Kiste). Mal schauen, was aus dem silbrig-grauen Baumwoll-Leinengarn wird.

Die Häkelkrawatte

Häkelkrawatte

Jetzt sind wir endlich bei den Projekten angekommen, die ich in diesem Jahr begonnen habe. Die braune Häkelkrawatte ist eigentlich ganz einfach (nur feste Maschen und nach der Spitze ab und zu mal eine Abnahme), aber mit vierfädiger Sockenwolle und Nadel Nr 2,5 zu arbeiten, fällt bei mir nicht unbedingt unter erholsames Häkeln. Aber, jemand hat sich diese Krawatte gewünscht und er wird sie auch irgendwann bekommen.

Prognose: Ein paar intensive Häkelsessions würden hier bestimmt schon eine Menge Fortschritt bringen. Damit das Arbeiten aber angenehmer wird, muss erst einmal eine Lampe neben dem Handarbeitssessel angebracht werden.

Projekt 192

Projekt 192

Ich und Häkeldecken … Mein letzter Versuch, aus Häkelmotiven eine ganze Decke zu arbeiten, ist leider kläglich gescheitert. Bei diesem Modell aus dickerem Garn und größeren Elementen (ich habe dazugelernt) soll alles anders werden. Und ich muss sagen, als ich alle Granny Squares für das Foto zusammengesucht habe, war ich doch überrascht, dass es schon ein paar Handvoll sind. (Dass bei fast allen Motiven noch die letzten zwei Runden fehlen, verrate ich an dieser Stelle einfach nicht.) Die Grannys an sich sind schnell gehäkelt und an einem Nachmittag schafft man eine ganz Menge. Was verhältnismäßig viel Zeit in Anspruch nimmt, ist das Vernähen der Fäden. Der Plan zuerst war es, alle Motive fertigzustellen, um sie dann zur Decke zu verbinden. Mittlerweile bin ich aber soweit, die Motive streifenweise zu verbinden, dafür muss ich aber erst noch meine Granny Square-Spannstation bauen.

Prognose: Ende Februar will ich wenigstens zwei Streifen der Decke fertig haben – das entspricht 32 Quadraten.

A&C-Socken

Pairfect-Socken

Der beste Ehemann von allen sollte auch mal wieder ein paar Socken bekommen, deshalb sind diese Socken (meine ersten Pairfect-Socken) auf den Nadeln gelandet – und zwar am 30. April 2017. Meine Stricknotizen sind hier leider etwas spärlich, deshalb weiß ich nicht, wie lange ich für die erste Socke gebraucht habe. Ich meine mich aber zu erinnern, dass ich sie relativ schnell fertig hatte, weil ich viel in der Bahn gestrickt habe. Bei der zweiten Socke fehlt eigentlich nur die Spitze, auch dafür müsste ich mich nur mal einen Abend hinsetzen. Bei diesem Paar habe ich übrigens das erste Mal eine runde Ferse gearbeitet, die eine schöne Alternative zur normalen Käppchenferse ist.

Prognose: Bis zum 18. Dezember soll das Paar fertig sein – ohne wenn und aber.

Socktober No. 2

Socktober No. 2

Der große Plan war es, im Oktober ganz viele Socken zu stricken – das hat nur mäßig geklappt, trotz Tante Marias ultimativen Kuschelsocken mit extra dicken Nadeln. Seit dem Bild vom Sonntag hat sich aber einiges getan. Während der Bahnfahrt am Dienstag habe ich die zweite Socke fast fertiggestellt, es müssen nur noch die Fäden vernäht werden.

Prognose: Wenn ich ganz übermütig werde, gibt es am Freitag vielleicht einen FO-Beitrag mit diesen Socken und vielleicht auch mit der englischen Anleitung.

Katzenhängematte

Katzenhängematte

Wir nähern uns langsam dem Ende (zum Glück)! Es ist ein bisschen albern, aber ich stricke den Katzen wirklich gerade eine Hängematte. Die Balken im Wohnzimmer bieten sich aber auch perfekt dafür an, eine aufzuhängen. Außerdem wüsste ich sonst nicht, wie ich jemals dieses seilartige Garn aufbrauchen könnte. Aber, ihr erinnert euch vielleicht an die Sesseldecke von weiter oben … Die Hängematte wird noch einmal neu begonnen und aus dem selbstgekurbelten Garn gearbeitet.

Prognose: Es wird geribbelt, aber das Projekt wird nicht vollständig aufgegeben.

Projekt Mila

Der große Haufen Wolle aus meinem 12von12-Beitrag wird zu Projekt Mila verarbeitet, wobei es sich eigentlich um drei einzelne Projekte handelt, von denen ich zwei bereits angefangen habe. Weil der Beitrag jetzt aber schon lang genug ist, ich einen bzw. mehrere extra Beiträge für diese drei Projekte eingeplant habe und ich auch keine Lust hab, jetzt noch weiterzutippen, ist an dieser Stelle erst einmal Schluss. Reicht ja auch wirklich.

Gratulation an alle, die sich bis herhin durchgekämpft haben.

Bis zum nächsten Mal,

Unterschrift Lena

 

  1. Boah, Lena, das sind echt mal viele WIPs! Aber das schöne daran ist ja, dass eine große Auswahl da ist, egal, worauf Du gerade Lust hast 🙂 Mich interessiert am meisten, wie es mit Mini-Lisa weitergeht und wie sie dann im fertigen Zustand aussieht!

  2. Deine Handarbeiten – fertig oder unfertig – lassen mich immer nur staunen. So schön. Und die Mini Lisa ist selbst unbekleidet und ohne Haarpracht zuckersüß! Ich öffne die Türen meines Bastelschrankes lieber nicht, geschweige denn von den Kisten und Schächtelchen, die dort sich befinden. Was da drin steckt ist wirklich schande.

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