Kulinarisches

Rezept: Loccum-Kuchen

12. Februar 2018
Rezept Loccum-Kuchen: Boden

Bei 12von12 habe ich heute zwar nicht mitgemacht, einen Beitrag gibt es aber trotzdem. Seit Monaten, nein … seit Jahren schon will ich endlich mal über den Loccum-Kuchen schreiben und hier kommt jetzt endlich das Rezept (sogar mit ein paar Bildern)!

Loccum-Kuchen

Die Zutaten (für eine Springform mit 26 cm Durchmesser)

  • 125 g Kekse und Butter
    Nachdem ich den Kuchen ein paar Mal gebacken hatte, bin ich dazu übergegangen, statt eines Mürbeteigbodens einen Boden aus Keksen zu nehmen. Geht schneller, der Ofen muss nicht angeschmissen werden, es bleiben Kekse übrig – win, win, win-win. Butterkekse eignen sich dafür ganz gut, ich hab dieses Mal Hobbits genommen.
  • 8 Blatt Gelatine
    Ich mach da immer „Gelantine“ draus …
  • 250 ml Milch
  • 150 g Zucker
  • Schale von 2 Zitronen
  • 3–5 EL Zitronensaft
  • 5 Eigelbe
  • 2 Katzen, die nicht so große Mäkelpötte sind und das übrige Eiweiß gefälligst auffressen
  • 500 g Quark, Magerstufe
    Ja, manchmal greife sogar ich zum Magerquark.
  • 500 g Sahne
  • 3 Tütchen Waldmeister-Wackelpudding
    Optional. Wer mag, kann natürlich auch eine andere Sorte Wackelpudding nehmen (es ist ziemlich bizarr, dass es Ananas-Wackelpudding gibt, denn die Enzyme der Ananas sorgen eigentlich dafür, dass die Gelatine nicht fest wird, dementsprechend kann nicht wirklich viel Ananas im Ananas-Wackelpudding sein, aber ich glaube auch nicht, dass der Waldmeister-Wackelpudding schon mal ein grünes Blatt gesehen hat) oder den Wackelpudding ganz weglassen (aber dann sieht der Kuchen auch ein bisschen langweilig aus).
  • 300 g Zucker für den Wackelpudding

Die Zubereitung

Zuerst einmal kommt rohe Gewalt zum Einsatz, um die Kekse für den Boden zu zerbröseln. Entweder kommen die Kekse in einen Gefrierbeutel und man malträtiert sie mit dem Nudelholz (macht Müll), oder sie kommen in ein elektrisches Zerkleinerungsgerät (muss erst aus der Schublade geholt werden und ist umständlich abzuwaschen) oder sie kommen in eine Schüssel und werden mit dem Stößel pulverisiert (dauert etwas länger, macht aber die wenigstens Umstände).

Nachdem man sich nun die Mühe gemacht hat, die Kekse zu einer feinkrümeligen Masse zu verarbeiten, bappt man das ganze wieder zusammen – mit ordentlich Butter natürlich. Ich hab so ungefähr zwei Finger breit vom Butterstück genommen. Es hätte wohl aber auch ein bisschen mehr sein können (SKANDAL! Ich habe zu wenig Butter verwendet!!), denn der Boden hätte noch besser zusammenhalten können. Butter also in die Mikrowelle, darauf achten, dass sie (die Butter, nicht die Mikrowelle) nicht explodiert (obwohl, macht beides Sinn) und sich im Garraum verteilt, geschmolzene Butter auf die Krümel und gut vermischen und dann in der Springform verteilen.

Rezept Loccum-Kuchen: Boden
Ich leg immer Backpapier in die Springform, damit sie beim Schneiden des Kuchens nicht so leidet.

So … Der Boden ist fertig und muss jetzt kühl gestellt werden, damit die Butter wieder fest wird.

Weiter geht es mit der Quarkmasse.

Als erstes die Zitronen heiß abwaschen, dann ein paar Mal fest über die Arbeitsplatte rollen (dann geht das Auspressen später leichter) und dann die Schale fein abreiben (hey, noch ein Bild).

Rezept Loccum-Kuchen: Zitronenschale
Irgendwann hab ich auch meine Microplane, dann geht das ganze schneller.

Frisch geriebene Zitronenschale duftet einfach herrlich, aber jetzt bitte nicht in die Augen fassen (ist mir nicht passiert, ehrlich nicht). (Wirklich nicht.)

Jetzt wird die Milch zusammen mit der Zitronenschale und dem Zucker aufgekocht. Auch das riecht und schmeckt schon ziemlich gut, aber es ist nur ein kleiner Vorgeschmack (haha) dessen, was noch kommen wird.

Während die Milch auf dem Herd steht, können schon einmal die fünf Einer getrennt werden. Das Eiweiß kann man für die undankbaren Haustiere aufheben, denen man eigentlich nur was Gutes tun will und die ihre Näpfe dann keines Blickes würdigen oder man hebt es für Baisers auf (ich hab da noch ein Backbuch, aus dem ich noch nie was nachgemacht habe …). Außerdem wird die Gelatine (es ist voll schwierig, das ohne „n“ in der Mitte zu sagen) jetzt eingeweicht.

Nachdem die Milch ein bisschen geköchelt hat, wird sie kurz vom Herd genommen. Ein paar Esslöffel der nicht mehr kochenden Flüssigkeit werden dann unter die Eigelbe gemischt, damit der Temperaturschock gleich nicht ganz so groß ist. Jetzt heißt es den Schneebesen zur Hand zu nehmen, denn nun werden die Eier langsam zur Milch gegeben – und dabei wird ordentlich gerührt. Bei niedriger Stufe landet das ganze dann wieder auf der Herdplatte, damit die Masse andicken kann. Dabei weiter ordentlich rühren und die Masse nicht köcheln lassen, damit das Ei nicht stockt.

Rezept Loccum-Kuchen: Creme
Besser als Koks.

Und Leute, dieses Zeug ist das ultimative Zeug. Die Mischung aus Eigelb, Zucker, Milch und Zitrone – besser geht es nicht. Wenn ich es in kleinen Portionen verkaufen könnte, könnten die Kolumbianer direkt einpacken (hoffentlich lande ich jetzt nicht auf irgendeiner Liste). Während dieses Schrittes muss ich mich wirklich zusammenreißen, um nicht den ganzen Topf leerzulöffeln, da würden selbst die Zitronenschalen zwischen den Zähnen nicht stören.

Apropos Zitronenschalen … Damit man sich später wirklich keine Zitronenschalen aus den Zahnzwischenräumen puhlen muss, wird die angedickte Creme durch ein Sieb gegeben. Zur Sicherheit sollte man die Masse jetzt noch einmal probieren … nur zur Sicherheit …

Damit der Belag später nicht auseinander fließt, kommt jetzt noch die gut ausgedrückte Gelatine in die Masse. Natürlich wird wieder ordentlich gerührt, bis sich die Gelatine komplett aufgelöst hat. Ehe die Creme unter den Quark gerührt werden kann, muss sie natürlich noch ein bisschen abkühlen. Besonders praktisch ist es, wenn man einen unisolierten Dachboden hat, auf dem sogar das Dosenfutter für die bereits erwähnten undankbaren Katzen gefriert. Ansonsten kann man die Creme auch einfach als erstes anrühren und dann den Keksboden machen oder man beseitigt während der Abkühlzeit ein wenig das Küchenchaos und kümmert sich schon um den Wackelpudding.

Ich kann mir nie merken, wie viel Wackelpudding ich brauche, deswegen mache ich zur Sicherheit immer etwas mehr. Bis jetzt hat sich aber noch nie jemand (Jan) beschwert, wenn ein oder zwei Becher übrig geblieben sind. Damit der Wackelpudding ein bisschen fester wird und nicht zu wässrig schmeckt, rühre ich ihn mit 350 ml Wasser statt wie angegeben mit 500 ml je Tütchen an. Im Nachhinein wären auch zwei Tütchen ausreichend gewesen und beim nächsten Mal werde ich die Wackelpudding-Schicht auch dünner machen. Jedenfalls: Wackelpudding zubereiten und kalt stellen.

Der nächste Schritt: einen halben Liter Sahne schlagen. (Memo an mich selbst: Dafür lohnt es definitiv, die Küchenmaschine aus der Schublade zu kramen, allein wegen des Spritzschutzes.)

Und jetzt wird eigentlich nur noch gemischt. Die Creme unter den Quark rühren, den Zitronensaft (nach Geschmack) untermischen und dann die Sahne vorsichtig unterheben. An dieser Stelle sollte noch einmal gekostet werden … zur Sicherheit. Die Masse in die Form geben und kalt stellen (mindestens 3–4 Stunden, aber am besten über Nacht).

Und jetzt zum großen Finale: Der Wackelpudding darf natürlich nicht fehlen! Dass dieser keine glatte Oberfläche hat, ist übrigens beabsichtigt, denn wenn der Pudding einigermaßen fest ist, wird er einmal gut mit einer Gabel durchgerührt. Dann lässt er sich auch problemlos auf den Kuchen gießen/schütten/löffeln. Besonders edel sieht es natürlich aus, wenn man den Wackelpudding noch flüssig als dünne, spiegelglatte Schicht aufgießt. Dann sollte man den Pudding jedoch zum einen über einen Löffel laufen lassen, damit kein unschöner Detscher im Quark entsteht, zum anderen besteht jedoch die Gefahr, dass der Wackelpudding aus der Form läuft.

Für den Fall, dass der Wackelpudding zu fest geworden ist, um vernünftig auf dem Kuchen verteilt werden zu können (dieser verdammte Dachboden), kann man ein klein wenig heißes Wasser hinzugeben und ihn noch einmal gründlich durchrühren.

Rezept Loccum-Kuchen

Für top gestylte Fotos ist keine Zeit, es muss Kuchen gegessen werden!

Bis dahin,

Unterschrift Lena

 

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