Der Strumpf im Rumpf

Der Körper ist geschafft und Lupo nimmt so langsam Form an. Wahrscheinlich liegt es an meiner sehr festen Häkelweise, dass ich den Faden ständig spleiße, deshalb bin ich froh, wenn ich dann auch die genoppte Mütze endlich fertig habe. In der fünften oder sechsten Reihe muss ich mich irgendwo verzählt haben, denn die Noppen verlaufen untereinander und nicht versetzt, aber damit werde ich leben können.

Dem aufmerksamen Leser mag an dieser Stelle der Feinstrumpf aufgefallen sein, der aus Lupos Halsöffnung schaut.
Gewöhnlich bestehen Häkelfiguren ja aus festen Maschen, die mit einer Nadel gearbeitet werden, die kleiner als die für das Garn empfohlene Nadelstärke ist. Das Gehäkelte wird dadurch so dicht, dass keine Füllwattenflusen den Weg nach außen finden. Doch auch wenn in den Noppenreihen jede Masche sorgfältig angezogen wird, entstehen kleine Lücken. Damit die Füllung auch wirklich an ihrem Platz bleibt, greife ich deshalb auf Feinstrümpfe zurück, die ich in die Figuren einsetze. Ein prägnanter Name ist mir für diese Methode noch nicht eingefallen, aber ich hoffe demnächst mit einem schmissigen Akronym aufwarten zu können.

Dank des dehnbaren Materials passt sich der Strumpf perfekt allen Rundungen an. Damit das Einfüllen problemlos von der Hand geht, stülpe ich ihn außen um die Form. Sobald ein paar Runden des Kopfes gearbeitet sind, wird noch ein wenig Füllwatte nachgestopft, dann kommt ein Knoten oben rein und fertig. Der restliche Kopf wird dann, wie die Beine und Füße, ganz traditionell gefüllt. Der Knoten wird somit in der Mitte des Kopfes gehalten und es entsteht kein unförmiger Knubbel an der Außenseite. Weiße Strümpfe gab es leider nicht, aber auch die hautfarbenen sieht man kaum durch die Maschen.

Ein bisschen bizarr sieht es aus und wirklich professionell ist es auch nicht, aber bis jetzt bin ich mit meiner FeiStruMe ganz glücklich. Irgendwann reichen meine Nähkünste bestimmt auch mal für ein genähtes Füllkissen, bis dahin geht es mit den Nylons weiter.

Kommentar verfassen