Bei der Anwendung auf gute Belüftung achten

Bunt geht auch besser

In Vorbereitung auf die Färbeparty mit Lisa wollte ich selbst noch einmal Garn färben. Zum Einen, um zu testen, ob auch die normale Lebensmittelfarbe auf dem Garn hält und zum Zweiten, um die Färbepartytauglichkeit eines grauen Wollgarns zu testen, von dem ich immerhin vier Stränge mit je 100 g in meinem Stash habe.

Als erstes sollte das graue Garn erhalten. Mein Plan war nur kleine Farbtupfer in Türkis, Blau und Violett auf den Strang zu setzen, also in einer ganz ähnlichen Farbkombi wie bei meinem ersten Färbeexperiment. Man kann es sich vielleicht schon denken: Die Aktion verlief wenig erfolgreich.

Das Grün lässt sich zwar als Schimmer erkennen und wenn ich mich ganz dolle anstrenge, meine ich auch einen Hauch von Violett wahrzunehmen, aber das Blau ist ganz untergegangen. Damit hatte ich also einen, bzw. vier, Kandidaten weniger für die Färbeparty.

Zum Glück hatte ich mir aber auch weißes Sockengarn gekauft, je ein Knäuel sechsfädiges und achtfädiges. Zur Sicherheit wollte ich mit einem dieser Knäuel einen zweiten Färbegang durchführen. Vielleicht lag es ja an der Lebensmittelfarbe, die im Gegensatz zu den Ostereierfarben nicht so färbeintensiv ist? Also ab mit dem achtfädigen Garn aufs Backblech und rauf mit der Farbe. Anfangen wollte ich mit violetten Sprenkeln. Dafür ist die Lebensmittelfarbe, die mit Zucker als Transportmedium vermischt ist, allerdings wirklich nicht intensiv genug. Auf dem ausgedrückten Garn lösten sich die Kristalle nicht auf, die Restfeuchte war wohl zu gering. Das ließ sich zwar mit etwas Wasser aus der Sprühflasche beheben, allerdings wurde dann schnell deutlich, dass für die violette Farbe lediglich rote und blaue Kristalle gemischt wurden, sodass ich nun rote und blaue, aber keine wirklich lilanen Punkte auf meinem Garn hatte.

Und dann wurde ich ein bisschen ungeduldig. Um endlich diese blöden Aluschalen zu verwenden, die seit bestimmt vier Jahren im Schrank Platz wegnehmen, wollte ich den Strang durch Eintauchen färben. In die eine Schale kam ein Tütchen gelbe Lebensmittelfarbe, in die andere Schale ein Tütchen grüne Farbe.

Mit dem Gelb bin ich eigentlich ganz zufrieden, aber das Grün ist mir zu Neunzigerjahre-/Textmarker-Grün. Und dann sind da noch diese gewollten, aber nicht gekonnten Sprenkel, die eher wie Flecken aussehen.

 

Was tun? Die Lösung heißt Entfärber!

Und das Unglück nahm seinen Lauf…

Entfärber gibt es überall dort zu kaufen, wo es auch Textilfarbe gibt. Es ist eine kleine unscheinbare Packung, Hauptzutaten sind irgendwelche bleichenden Stoffe und auch Duftstoffe (der erste Punkt, der einen stutzig machen sollte). Die Anwendung ist ganz einfach und vor allem auch für empfindliche Stoffe wie Wolle und Seide geeignet. Pulver in sechs Liter Wasser auflösen, Stoff rein, luftdicht verschließen (und das zweite Warnzeichen) und mindestens vier Stunden, bei kaltem Wasser besser über Nacht einweichen lassen. Gesagt, getan:

Kaum lagen die Stränge in der Schüssel fing die gute Chemie auch schon zu wirken. Alter Falter, und wie. Das Zeug hat gestunken, als wäre was im Friseursalon gestorben. Im Hochsommer. Unter der Trockenhaube! Schnell ordentlich mit Folie abdecken und ab damit in die Dusche. Am nächsten Morgen wollte ich die Stränge ausgespült und einmal die Küche gut durchgelüftet haben, bevor der Ehemann wach wird. (Jetzt schreibe ich auch gerade schon den Beitrag, bevor der Ehemann aus dem Bett ist, die olfaktorischen Eindrücke sind also noch dementsprechend frisch.) Der Entfärber hat seinem Namen auf jeden Fall alle Ehre gemacht:

Der gelb-grüne Strang hat bis auf ein paar Sprenkel tatsächlich alle Farbe abgegeben. Es wirkt jedoch, als hätte er die des ehemals grauen Stranges aufgenommen. Nach dem Ausspülen und einer Wäsche mit Perwoll wird deutlich, dass der graue Strang nun endgültig ausgedient hat. Er wandert in die Tonne. Der weiße Strang dufte noch einen zweiten Durchgang im Entfärber durchlaufen (irgendwann kriegen wir den Geruch bestimmt wieder aus der Wohnung) und entspannt sich gerade in einem Bad aus Eucalan.

Der Strang ist jetzt wieder einigermaßen weiß und auch die Fasern scheinen nicht allzu sehr mitgenommen zu sein. Ich habe noch eine ganze Menge gelbe Farbtabletten übrig und hoffe, damit einen schönen Farbton hinzukriegen. Ein paar rote, jetzt rosane, Sprenkel haben sich allerdings hartnäckig im Garn gehalten.

Fazit: „Enthält Duftstoffe“ und „luftdicht verschließen“ sind eindeutige Hinweise dafür, dass ein Produkt bei der Anwendung bestialisch stinkt. Ansonsten bin ich mit dem Ergebnis jedoch ganz zufrieden. Habt ihr noch Tipps oder kennt ihr alte Hausmittel, mit denen man den letzten rosa Flecken sonst noch zu Leibe rücken könnte?

Bis dahin!

Unterschrift Lena

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